Blower-Door

Im Rahmen meiner Mitarbeit an einem Forschungsvorhaben im Labor für Baukonstruktion an der Hochschule Bremen habe ich mich unter anderem mit dem Thema des energieeffizienten Bauens und damit auch der Luftdichtheit von Gebäuden beschäftigt.

Seit 2000 führe ich Luftdichtheitsuntersuchungen (Blower-Door-Untersuchung) durch.

Bei meiner Arbeit für meine Auftraggeber steht die Qualitätssicherung im Vordergrund. Ich strebe bei den Ortsterminen eine Verbesserung der Qualität der luftdichten Hülle an. In einer konstruktiven Zusammenarbeit können wir so die Qualität der luftdichten Gebäudehülle und damit die energetische Qualität ihrer Häuser sicherstellen und weiter verbessern.

Schema Blower-Door




Warum Luftdichtheit?

Gründe für eine Luftdichte Gebäudehülle:

  • Sicherstellung der Dämmwirkung der Außenbauteile.
  • Minimierung der Energieverluste durch unkontrollierten Luftaustausch.
  • Vermeidung von Tauwasser in der Konstruktion und damit von Bauschäden.
  • Verbesserung des Raumklimas im Winter.
  • Sicherstellung des sommerlichen Wärmeschutzes.
  • Sicherstellung des Schalldämmmaßes von Bauteilen.
  • Sicherstellung der richtigen Lüftung, der Funktion der Lüftungsanlage und damit Vermeidung von Zugluft und unnötigen Lüftungswärmeverlusten.
  • Bauen nach dem Stand der Technik und normgerecht.

Beginnen wir mit einem Vorurteil.

„Die Wände meines Hauses sollen atmen.”

Dies höre ich gelegentlich von Leuten die meinen, dass eine luftdichte, gut gedämmte Gebäudehülle mit einer Thermoskanne vergleichbar sei.

Um es ganz deutlich zu sagen:

„Wände können nicht atmen!”

Wände können luftdurchlässig sein, dann zieht es und die Wärme entweicht unkontrolliert. Sie können auch mehr oder weniger offen für den Wasserdampfdurchgang sein, damit muss man richtig umgehen.

Den ersten Effekt nennt man in der Bauphysik Luftkonvektion, den zweiten Effekt nennt man Wasserdampfdiffusion.

Die Auswirkungen der Luftkonvektion auf den Feuchtetransport in einer Konstruktion sind um ein mehrfaches größer als die Auswirkungen der Wasserdampfdiffusion.

Wenn wir Häuser bauen die, nach baupraktischen Gesichtspunkten, möglichst luftdicht sind, dann sorgen wir dafür, dass die Wärme im Inneren des Hauses bleibt und nicht unkontrolliert rausgeweht wird! Das Haus sollte aber trotzdem möglichst diffusionsoffen sein.

Selbstverständlich muss ein Haus belüftet werden. Dies sollte aber kontrolliert geschehen durch die Fenster oder eine Lüftungsanlage, nicht durch Löcher in der Gebäudehülle.

Mit zunehmenden Wärmeschutzanforderungen bekommt die Luftdichtigkeit von Gebäuden eine wachsende Bedeutung. Luftdichtigkeit ist erforderlich, um die angestrebte Verringerung des Heizenergiebedarfes auch tatsächlich zu erreichen und Bauschäden sowie Komforteinbußen zu vermeiden. Hohe Luftdichtigkeit erfordert eine Verbesserung des heutigen Standards der Gebäudeplanung und –ausführung.


Damit richtig gelüftet werden kann

Wie zuvor bereits festgestellt, können Wände nicht atmen, aber die Lüftung eines Hauses sollte funktionieren wie die menschliche Atmung, entsprechend dem aktivitätsabhängigen Bedarf des Menschen.
Die „natürliche” Luftströmung durch Fugen und Ritzen der Gebäudehülle richtet sich jedoch nach den Launen von Wind und Wetter. Dies kann, je nach Lage der Leckagen, im Haus zu ganz unterschiedlichen Frischluftmengen in verschiedenen Räumen führen. Eine Übereinstimmung mit dem aktuellen Frischluftbedarf der Bewohner wäre reiner Zufall. Genauso wenig kann erwartet werden, dass der Anfall von Raumluftbelastungen (Kohlendioxid, Gerüche, Feuchte) mit den witterungsabhängigen Leckageströmen zusammenpassen würde.
Das heißt die Bewohner haben nur dann eine Chance ihre Wohnungslüftung vernünftig zu regeln, wenn die unkontrollierbaren Einflüsse des Außenklimas möglichst gering gehalten werden. Dies gilt grundsätzlich, ganz gleich ob ein Haus „von Hand” per Fenster oder mit einer kontrollierten, mechanischen Lüftungsanlage belüftet wird.